17.09.19 04:05 N4 Jahnplatz – Altenhagen

Gestern wurde ich während einer Fahrt in einem von moBiels Nachtbussen darauf aufmerksam, wie ein sehr betrunken wirkendes Mädchen von der Busfahrerin, aus dem Bus geworfen wurde, weil sie nicht in der Lage war zu bezahlen. Zuvor hatte ihr Security Kollege sie darauf aufmerksam gemacht, dass das Mädchen nicht bezahlt hat und zusätzlich auch eine ziemlich kurze Hose trägt. 

Das Mädchen war wirklich nicht in guter Verfassung, wirkte durcheinander und verloren. Daraufhin reagierten einige Passagiere und warfen der Busfahrerin vor, dass es unverantwortlich sei, eine hilflose Person wegen 2,80€ auf die Straße zu setzen und zu riskieren, dass ihr etwas schlimmeres zustößt. Sie stiegen anschließend mit aus, um dem Mädchen Hilfe zu leisten.

Der selbstgerechte Kommentar der Busfahrerin darauf hat mich wirklich sprachlos gemacht. Sie sagte: wenn das Mädchen jetzt vergewaltigt werde, hätte sie es ja auch nicht anders gewollt, wenn sie den Kopf doch so voller Alkohol hat. Ihre Kollegen der Security pflichteten ihr daraufhin bei.

So etwas aus dem Mund einer weiblichen Busfahrerin zu hören hat mich ehrlich gesagt schockiert. Ich, als weibliche Nutzerin der öffentlichen Verkehrsmittel fühle mich nach dieser Situation extrem unsicher, wenn ich nicht einmal vom Personal der öffentlichen Verkehrsmittel Hilfe erwarten kann. Seit wann ist eine Vergewaltigung oder ähnliches die eigene Schuld. Seit wann ist es okay, einfach wegzuschauen und eine Person, nachts und mitten im Nirgendwo, ihrem Schicksal zu überlassen.

Von moBiel würde mir wünschen, dass intern Regeln für solche Fälle aufgestellt werden, natürlich auch zum Schutz der Mitfahrer. Mir ist bewusst, dass nicht jeder einfach ohne zu bezahlen den Bus benutzen darf, jedoch halte ich es für die Pflicht der Mitarbeiter im Zweifel für Hilfe zu garantieren.